HealthLink – die B2B-Initiative der XAD-Stammgemeinschaft

Der Bund verfolgt seit 2007 eine eHealth-Strategie, die durch die Einführung des EPD und durch die Förderung von Standardisierung und schweizweiter Interoperabilität der gerichteten Kommunikation zwischen Gesundheitsfachpersonen die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben soll.

Im Sinne der Strategie des Bundes sowie der Empfehlungen von eHealth Suisse macht die axsana AG den Mitgliedern der XAD-Stammgemeinschaft wie auch allen weiteren Beteiligten des Gesundheitssystems interoperable Mehrwertdienste zugänglich. Sie verfolgt dabei mit HealthLink einen marktorientierten Ansatz, indem sie Lösungsanbietern eine einheitliche Service-Plattform mit verschiedenen Basisdiensten zur Verfügung stellt. Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung von HealthLink werden mit Anschluss- und Transaktionsgebühren im Rahmen eines mehrjährigen Geschäftsplans selbsttragend finanziert.

Die Nutzer von Mehrwertdiensten (Gesundheitseinrichtungen, Kostenträger usw.) können auf einem offenen Marktplatz die für ihren Bedarf geeignetsten Software-Lösungen evaluieren. Sie haben mit HealthLink einen einheitlichen Zugangspunkt zum Datenaustausch im Schweizer Gesundheitswesen zur Verfügung, proprietäre Schnittstellen entfallen.

 

Vom EPD zu eHealth – strategische Stossrichtung des Bundes:

Bereits die Strategie «eHealth Schweiz» des Bundes vom 27. Juni 2007 ging für die «elektronischen Gesundheitsdienste» von einem umfassenden Ansatz der Gestaltung, Unterstützung und Vernetzung aller Prozesse und Teilnehmer im Gesundheitswesen aus. Sie betonte die Notwendigkeit von Standardisierung und Interoperabilität und bestimmte drei erste Handlungsfelder:

  • Elektronisches Patientendossier (EPD) für den zeit- und ortunabhängigen Zugriff auf behandlungsrelevante Informationen.
  • Online-Dienste zur Verbreitung von Informationen zur Gesundheit und zu Versorgungsangeboten.
  • Umsetzung der Strategie durch Schaffung der rechtlichen Grundlagen und eines nationalen Koordinationsorgans.

Die Strategie «eHealth Schweiz 2.0» des Bundes vom 1. März 2018 dient ausdrücklich der Unterstützung der Einführung und Verbreitung des EPD. Sie umfasst die Ziele von Bund und Kantonen zur Verbreitung des EPD und zur Koordination der Digitalisierung rund um das EPD. Auch diese Strategie bestimmt drei Handlungsfelder:

  • Digitalisierung fördern durch die Etablierung des EPD sowie durch schweizweite Interoperabilität von gerichteter Kommunikation zwischen Gesundheitsfachpersonen im Rahmen des Behandlungsprozesses. Im Weiteren Förderung von mHealth, Verstärkung der Cyber- und Datensicherheit im Gesundheitssystem u.a.m.
  • Digitalisierung abstimmen und koordinieren, d.h. Mehrfachnutzung von Daten und Infrastrukturen (Behandlung, Administration, Sozialversicherung, Forschung, Statistik, Qualitätssicherung) sowie Förderung der technischen und semantischen Interoperabilität.
  • Zur Digitalisierung befähigen durch Information von Bürgern und Gesundheitsfachpersonen.

Die Empfehlung «Interoperable Zusatzdienste von (Stamm-)Gemeinschaften» von eHealth Suisse vom 20. November 2019 definiert gestützt auf die Strategie «eHealth Schweiz 2.0» Empfehlungen zur technischen und semantischen Interoperabilität der gerichteten Kommunikation im Gesundheitswesen:

  • Die am Datenaustausch beteiligten Akteure etablieren Zusatzdienste, die schweizweit genutzt werden können (Interoperabilität).
  • Die Zusatzdienste sind für alle Leistungserbringer nutzbar (d.h. nicht nur innerhalb einer (Stamm-)Gemeinschaft).
  • Es werden interoperable Standards verwendet (z.B. CH:ORF, FHIR, CDA).
  • Keine proprietären Lösungen, die nur innerhalb einer (Stamm-)Gemeinschaft funktionieren.
  • Zusatzdienste können auch ausserhalb des Behandlungskontextes genutzt werden (z. B. von Kostenträgern).

 

B2B-Strategie der XAD-Stammgemeinschaft:

Die Ergänzung des EPD mit B2B-Zusatzdiensten entspricht den Strategien und Zielen des Bundes und den Empfehlungen von eHealth Suisse.

Die Leistungserbringerverbände des damaligen Vereins Trägerschaft ZAD forderten bereits 2015 eine Ergänzung des EPD mit B2B-Zusatzdiensten. Diese sollten von der entstehenden Stammgemeinschaft entwickelt und für die Stammgemeinschaftsmitglieder angeboten werden. Aufgrund der grossen Verbreitung der XAD-Stammgemeinschaft wurde diese B2B-Strategie 2018 abgelöst. Anstelle von eigenen B2B-Lösungen erfüllt die XAD-Stammgemeinschaft die Forderung nach B2B-Zusatzdiensten mit der Förderung von bestehenden Marktlösungen. Dies aus folgenden Gründen:

  • B2B-Lösungen, die eine Stammgemeinschaft als eigene Zusatzdienste anbietet, sind für alle Mitglieder dieser Stammgemeinschaft gleichsam obligatorisch, da ansonsten die angestrebte Durchgängigkeit der Anwendungsfälle nicht erreicht wird. Die angeschlossenen Gesundheitseinrichtungen haben keine Wahlfreiheit, sondern es entsteht im Gegenteil eine technisch-funktionale Bindung an die begrenzte B2B-Welt der Stammgemeinschaft. Dies wird von den Gesundheitseinrichtungen zu Recht abgelehnt.
  • Grosse Stammgemeinschaften stellen sich mit eigenen B2B-Lösungen gegen den Markt. Dies ist innovationshemmend, wettbewerbsrechtlich unhaltbar und wird auf Dauer nicht funktionieren.
  • Für die XAD-Stammgemeinschaft ist es zielführender, anstelle eines eigenen Angebotes von B2B-Zusatzdiensten die Reichweite und die Interoperabilität von Markt-Lösungen zu erhöhen. Es mangelt im Schweizerischen Gesundheitswesen nicht an innovativen B2B-Angeboten. Was fehlt ist eine Basis-Infrastruktur, die den Lösungsanbietern nicht nur Reichweite und gewisse zentrale Basis-Services zur Verfügung stellt, sondern auch die Interoperabilität der Lösungen fördert.